Typische Fehler bei Abschlagsrechnungen – und wie du sie vermeidest

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Viele Zahlungsverzögerungen entstehen nicht, weil ein Kunde „nicht zahlen will“, sondern weil die Abschlagsrechnung nicht eindeutig prüfbar ist. Ein kleiner Formfehler, eine unklare Summe oder ein vergessener Einbehalt reicht – und die Rechnung landet im Rücklauf.

Die gute Nachricht: Die meisten Fehler sind wiederkehrend. Wenn du sie einmal kennst und deinen Ablauf entsprechend strukturierst, sparst du dir Rückfragen und bekommst Zahlungen zuverlässiger.

Fehlerliste: 7 typische Punkte

Hier sind die sieben häufigsten Fehler bei Abschlagsrechnungen im Handwerk – mit kurzer Erklärung, warum sie Probleme machen:

  1. Kein Bezug zum Angebot
    Wenn nicht klar ist, worauf sich die Rechnung bezieht, kann der Kunde nicht prüfen. Oft fehlt dann die interne Freigabe, weil niemand sicher ist, ob es „zu diesem Auftrag“ gehört. Lösung: Angebots-/Auftragsbezug, Projektname und – wenn vorhanden – eine Referenznummer sichtbar angeben.
  2. Falsche Summen
    Schon eine kleine Abweichung (Netto/Brutto, Rundung) führt zu Rückfragen. Besonders häufig: netto gerechnet, aber brutto ausgewiesen (oder umgekehrt). Lösung: Summen konsistent darstellen, MwSt. sauber ausweisen und Rundungen nachvollziehbar halten.
  3. Fehlende Einbehalte
    Einbehalt wird vereinbart, aber nicht ausgewiesen. Lösung: Einbehalt als eigenen Posten (Prozent + Betrag) angeben – plus den Zahlbetrag. So ist sofort klar, warum „zu zahlen“ niedriger ist als der Rechnungsbetrag.
  4. Keine Kumulierung
    Ohne „bisher abgerechnet“ ist unklar, ob Leistungen doppelt berechnet wurden. Lösung: kumulierte Summen und Restbetrag zeigen. Das wirkt ruhig, sauber und reduziert Nachfragen.
  5. Unklare Leistungsbeschreibung
    „Abschlag Bauleistung“ ist zu allgemein. Lösung: kurz und konkret: Leistungsstand, Zeitraum, Bereich, Position. Zwei Zeilen reichen oft – Hauptsache, es ist prüfbar.
  6. Falsche Steuer
    Falscher Steuersatz oder unsaubere Darstellung kann die Rechnung blockieren. Lösung: Steuersatz und MwSt.-Betrag eindeutig ausweisen. Bei Sonderfällen im Zweifel kurz prüfen, bevor du verschickst.
  7. Fehlender Restbetrag
    Wenn der Kunde nicht sieht, was bis zur Schlussrechnung noch kommt, wird vorsichtiger geprüft. Lösung: Restbetrag transparent angeben – am besten zusammen mit „bisher abgerechnet“.

Beispiel: saubere Abschlagsübersicht

Eine saubere Übersicht nimmt Diskussionen raus. Sie zeigt: Vertragssumme, kumulierte Abschläge, Restbetrag und den Status der einzelnen Abschläge.

Saubere Abschlagsübersicht in AbschlagPro
Beispiel: Abschläge mit Status und Restbetrag in einer Übersicht.

Wenn du zusätzlich eine Vorlage brauchst, um die Pflichtangaben und den Aufbau richtig zu treffen, hilft dir dieser Artikel: Abschlagsrechnung Vorlage.

Warum digitale Struktur Fehler verhindert

Viele Fehler entstehen, wenn Rechnungen „zwischen Tür und Angel“ erstellt werden: Daten stehen in Excel, Notizen im Handy, Beträge in E-Mails. Dann fehlen schnell Kumulierung, Einbehalt oder Restbetrag.

Eine digitale Struktur hilft vor allem bei drei Dingen:

  • Automatische Summen: Abschläge werden kumuliert, Restbeträge stimmen, Einbehalte sind sauber abgezogen.
  • Übersicht: Du siehst pro Baustelle, was gestellt, offen und bezahlt ist.
  • Status: Du weißt, wo du nachfassen musst – ohne zu suchen.

Das heißt nicht, dass jede Rechnung „perfekt“ sein muss. Aber wenn dein Standard immer gleich ist, wirkt das ruhig, professionell und vor allem: es spart Zeit auf beiden Seiten.

Beispiele für klare Bezeichnungen (die Rückfragen vermeiden)

Viele Rückfragen kommen, weil der Empfänger nicht sofort versteht, wofür der Abschlag steht. Gute Bezeichnungen sind kurz – aber eindeutig. Beispiele:

  • „Abschlag 2 – Dach, Leistungsstand bis KW 7“
  • „Abschlag – Innenausbau EG, Stand 60 %“
  • „Abschlag – Elektro OG, Zeitraum 01.–15.02.“
  • „Abschlag – Sanitär, gemäß Aufmaß vom 16.02.“

Du musst nicht „schön“ formulieren. Es reicht, wenn Bereich, Zeitraum oder Leistungsstand erkennbar sind.

Was du standardisieren kannst, ohne unflexibel zu werden

Standard heißt nicht starr. Es heißt: die wichtigen Teile sind immer gleich, damit niemand suchen muss. In der Praxis kannst du standardisieren:

  • Projektname + Kunde immer im Kopfbereich
  • Kumulierung: bisher abgerechnet + Restbetrag immer sichtbar
  • Einbehalt (falls vereinbart) immer als eigener Posten
  • Status/Übersicht: gestellt, offen, bezahlt

Damit entsteht eine ruhige Struktur. Und genau die verhindert die typischen Fehler, die sonst immer wieder auftauchen.

Kumulierung kurz erklärt (weil es oft der Hauptfehler ist)

„Keine Kumulierung“ klingt technisch, ist aber ein einfacher Denkfehler: Du stellst Abschlag 2, aber dein Kunde sieht nicht, was Abschlag 1 schon enthalten hat. Dann muss er nachfragen – oder kürzt vorsichtshalber.

Eine kumulierte Darstellung heißt: Du zeigst bisher abgerechnet(Summe aller gestellten Abschläge) und den Restbetrag(Vertragssumme minus bisher abgerechnet). Das ist für den Empfänger sofort prüfbar – und verhindert Doppelungs-Verdacht.

Restbetrag sichtbar machen (damit es „rund“ wirkt)

Der Restbetrag ist nicht nur für dich wichtig, sondern auch für den Empfänger: Er sieht, wie sich der Auftrag „zusammensetzt“ und was bis zur Schlussrechnung noch kommt. Fehlt der Rest, wirkt der Abschlag schnell wie eine Einzelrechnung ohne Zusammenhang.

Ein einfacher Satz oder eine kleine Zeile in der Übersicht reicht oft: „Bisher abgerechnet: … € · Restbetrag: … €“. Das reduziert Rückfragen und macht die Rechnung schneller prüfbar.

60-Sekunden-Check vor dem Senden

Wenn du nur eine Sache mitnimmst, dann diese kurze Checkliste:

  • Auftragsbezug/Projekt stimmt
  • Bezeichnung ist konkret (Leistungsstand/Zeitraum)
  • Kumulierung + Restbetrag sind plausibel
  • Einbehalt (falls vereinbart) ist ausgewiesen
  • Netto/Brutto/MwSt. sind konsistent

Dieser Check verhindert die häufigsten Rückläufer – ohne zusätzlichen Papierkram.

Wenn zusätzlich E‑Rechnung gefordert wird

Immer mehr Auftraggeber erwarten strukturierte Rechnungsdaten (z. B. ZUGFeRD oder XRechnung). Inhaltlich ändert das an deinem Abschlag nichts – aber die Daten müssen sauber und vollständig sein.

Gerade deshalb lohnt es sich, Summen, Kumulierung und Einbehalt nicht „frei Hand“ zu pflegen. Eine klare Struktur reduziert Fehler und macht es einfacher, Formate korrekt zu erzeugen.

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AbschlagPro hilft dir, Abschlagsrechnungen strukturiert zu erstellen und typische Fehler zu vermeiden – damit Rechnungen schneller freigegeben werden und Zahlungen zuverlässiger eingehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar.